{"id":2279,"date":"2026-09-08T18:03:35","date_gmt":"2026-09-08T18:03:35","guid":{"rendered":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/?p=2279"},"modified":"2026-09-08T18:11:32","modified_gmt":"2026-09-08T18:11:32","slug":"usa-zusammenbruch-ohne-sollbruchstelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/usa-zusammenbruch-ohne-sollbruchstelle\/","title":{"rendered":"USA, Zusammenbruch ohne Sollbruchstelle"},"content":{"rendered":"<p>Dimitry Orlov k\u00fcndigt in diesem Video an, in Zukunft den gr\u00f6\u00dften Teil seiner Posts als Vlog zu ver\u00f6ffentlichen. Er glaubte fr\u00fcher, die Feder sei m\u00e4chtiger als die Kamera, aber er ist sich nicht mehr so sicher. Da er eine Videokamera habe, warum soll er diese nicht auch nutzen? Dieses Video ist teils organisatorische Mitteilung, teils Beichte.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"NQA#9   Disgraceful Degradation\" width=\"640\" height=\"360\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/pY1emRmDJp0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Zusammenbruch ohne Sollbruchstelle<\/h2>\n<p>von Dmitry Orlov<\/p>\n<p>Dieser Text erscheint in der deutschen \u00dcbersetzung mit freundlicher Genehmigung von Dmitry Orlov. Er erscheint zuerst auf seinem Blog als <a href=\"https:\/\/boosty.to\/cluborlov\/posts\/d7346006-27e7-4768-93c6-adbc9a00f6e4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Disgraceful degradation<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 2005 ver\u00f6ffentlichte ich auf Mike Rupperts Website \u201eFrom The Wilderness\u201c eine Reihe von Artikeln unter dem Titel \u201ePost Soviet Lessons for a Post American Century\u201c. Darin stellte ich die These auf, dass die USA im Wesentlichen genauso zusammenbrechen w\u00fcrden wie die Sowjetunion, nur etwas sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Wie viel sp\u00e4ter, sagte ich nicht. Diese Artikel bildeten die Grundlage f\u00fcr mein 2008 erschienenes Buch \u201e<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Reinventing-Collapse-Experience-American-Prospects-ebook\/dp\/B004XOZ89M\/r\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reinventing Collapse<\/a>\u201c, das ziemlich erfolgreich war und sogar einen Independent Publishers Award gewann. Die zentrale These lautete, dass die Sowjetunion unbeabsichtigt wesentlich besser auf einen Zusammenbruch vorbereitet war als die USA. In diesem Buch schlug ich bescheiden vor, gewisse Vorbereitungen auf einen Zusammenbruch der USA zu treffen. Dieser Vorschlag stie\u00df weitgehend auf taube Ohren.<\/p>\n<p>2013 ver\u00f6ffentlichte ich dann mein n\u00e4chstes Buch, \u201e<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Five-Stages-Collapse-Survivors-Toolkit\/dp\/0865717362\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Five Stages of Collapse<\/a>\u201c, das inzwischen in zehn Sprachen erschienen ist. Manche sagen, es sei ein grundlegender Text gewesen, auf dem die neue Wissenschaft der Kollapsologie aufbaute. Da bin ich mir nicht so sicher. Es war ein Franzose, der diese neue Disziplin vorgeschlagen hat, und auf Franz\u00f6sisch klingt sie tats\u00e4chlich besser: \u201ecollapsologie\u201c. Seitdem habe ich ein ganzes B\u00fccherregal voller Essayb\u00e4nde ver\u00f6ffentlicht, die sich mit verschiedenen Aspekten derselben allgemeinen These besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Sie alle beruhten auf einer bestimmten Annahme: Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion seien weitgehend spiegelbildlich aufgebaut gewesen und m\u00fcssten deshalb irgendwann ein \u00e4hnliches Schicksal erleiden. Schlie\u00dflich waren sie in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts die beiden gro\u00dfen Superm\u00e4chte der Welt. Zwischen 1945 und 1991 beherrschten sie gemeinsam praktisch den gesamten Planeten. Sie teilten ihn grob in zwei H\u00e4lften, Ostblock und Westblock.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Sie vertraten diametral entgegengesetzte Ideologien: freien Marktkapitalismus in den Vereinigten Staaten und kommunistische Zentralplanung in der Sowjetunion. Beide Ideologien waren eine Zeit lang ausgesprochen modern und \u00e4u\u00dferst erfolgreich. Die Sowjetunion stellte sogar einen historischen Rekord beim Industriewachstum auf: 29 Prozent in einem Jahr. Das war 1936 unter Stalin. Heute gelten beide Ideologien fast \u00fcberall als erledigt. Das derzeit erfolgreichste Modell ist eine Mischung aus politischem Kommunismus und wirtschaftlichem Kapitalismus mit ausgepr\u00e4gt chinesischen Besonderheiten. Es nachahmen zu wollen ist allerdings ziemlich sinnlos, solange man es nicht irgendwie schafft, selbst Chinese zu werden.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Um meine Kollapshypothese etwas weiter auszuarbeiten, entwickelte ich etwas, das ich \u201eSuperpower Collapse Soup\u201c nannte, die Suppe des Supermachtzusammenbruchs. Ihre wichtigsten Zutaten sind vier grundlegende makro\u00f6konomische und ressourcenbedingte Faktoren. Ich glaubte, dass genau diese Faktoren eine globale Supermacht auf einen unausweichlichen Weg in den Zusammenbruch bringen: ein schweres und chronisches Defizit bei der heimischen Roh\u00f6lproduktion, ein wachsendes Handelsdefizit, ein au\u00dfer Kontrolle geratener Milit\u00e4rhaushalt und eine explosionsartig zunehmende Auslandsverschuldung. Schauen wir uns diese vier Zutaten kurz an.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Die konventionelle Erd\u00f6lf\u00f6rderung der Vereinigten Staaten erreichte 1970 unter Nixon ihren H\u00f6hepunkt. Das l\u00f6ste eine schwere Krise aus, aber keinen Zusammenbruch. Die weltweite konventionelle \u00d6lf\u00f6rderung erreichte 2005 oder 2006 ihren H\u00f6hepunkt, worauf 2008 beinahe das Finanzsystem zusammenbrach. Dann kam unkonventionelles Schiefer\u00f6l zur Rettung. Doch auch dessen Wachstum endete, und seit 2019 bewegt sich die F\u00f6rderung mehr oder weniger auf einem Plateau. Wahrscheinlich wird sie irgendwann zur\u00fcckgehen, zun\u00e4chst langsam, dann immer schneller. Gleichzeitig hat Trumps gescheiterter Krieg gegen den Iran die Stra\u00dfe von Hormus blockiert. Trumps altes Gehirn scheint nicht verarbeiten zu k\u00f6nnen, dass er verloren hat. Dadurch wird das Problem praktisch unl\u00f6sbar. Unterdessen wurde die strategische Erd\u00f6lreserve der Vereinigten Staaten weitgehend geleert, in dem vergeblichen Versuch, die Preise f\u00fcr Benzin und Diesel unter Kontrolle zu halten.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Dabei sollte man eines bedenken: Schiefer\u00f6l ist nicht wirklich \u00d6l im herk\u00f6mmlichen Sinn. Es besteht zum gro\u00dfen Teil aus sehr leichtem Kondensat und eignet sich deshalb nur begrenzt zur Herstellung von Diesel oder Flugzeugtreibstoff. Gerade Diesel und Kerosin treiben jedoch einen gro\u00dfen Teil des amerikanischen G\u00fcterverkehrs an. Um daraus brauchbaren Diesel herzustellen, muss das leichte Schiefer\u00f6l mit importiertem Schwer\u00f6l vermischt werden, etwa aus Kanada, Saudi Arabien, Russland oder Venezuela. Der j\u00fcngste Versuch, an Venezuelas Schwer\u00f6l heranzukommen, wirkt deshalb wie ein Akt der Verzweiflung. Wobei auch venezolanisches \u00d6l nicht gerade das ist, was man sich gew\u00f6hnlich unter \u00d6l vorstellt. Es ist eher Teer, der zwischen 350 und 1.000 Meter unter der Erde liegt. Die gute Nachricht lautet, dass es dort unten warm genug ist, um zu flie\u00dfen. Die schlechte Nachricht lautet, dass es trotzdem Teer bleibt. Er muss mit leistungsf\u00e4higen Pumpen aus dem Boden geholt und anschlie\u00dfend mit importiertem Naphtha oder anderen leichten Kohlenwasserstoffen verd\u00fcnnt werden, damit er auch nach dem Abk\u00fchlen flie\u00dff\u00e4hig bleibt. Eine deutliche Ausweitung der venezolanischen Produktion w\u00fcrde den gr\u00f6\u00dften Teil eines Jahrzehnts dauern und Investitionen von mehreren hundert Milliarden Dollar erfordern. Selbst danach w\u00e4re das daraus entstehende Produkt sehr teuer. Eine schnelle L\u00f6sung der drohenden \u00d6lknappheit sieht anders aus.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Auch der Versuch, fossile Energie durch Wind und Sonne zu ersetzen, verlief nicht ganz wie geplant. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Windr\u00e4der Strom liefern, solange der Wind weht, und Solarpaneele, solange die Sonne scheint. Aber wie n\u00fctzlich ist das wirklich? Wind und Sonne brauchen Reservekapazit\u00e4ten, meist auf Erdgasbasis. Diese Kraftwerke stehen einen erheblichen Teil der Zeit still, m\u00fcssen aber trotzdem gebaut, gewartet und bezahlt werden. Dazu kommen die Kosten der Windr\u00e4der und Solaranlagen selbst. Und nun stellen die Europ\u00e4er auch noch fest, dass erneuerbare Energien offenbar das Klima ver\u00e4ndern. Riesige Windparks an den K\u00fcsten ver\u00e4ndern Luftstr\u00f6mungen, dunkle Solaranlagen heizen Fl\u00e4chen auf, und siehe da, Menschen sterben w\u00e4hrend sommerlicher Hitzewellen an Hitzschlag, Felder und W\u00e4lder brennen, Fl\u00fcsse trocknen aus und Kernkraftwerke m\u00fcssen abgeschaltet werden, weil das K\u00fchlwasser fehlt.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Kommen wir zur n\u00e4chsten Zutat unserer Kollapssuppe. Das amerikanische Handelsdefizit ist seit der Gro\u00dfen Rezession von 2008 und 2009 erheblich gewachsen und hat sich beinahe verdoppelt. Dabei hat sich nicht nur die Menge, sondern auch die Bedeutung der Importe ver\u00e4ndert. Die amerikanische Wirtschaft funktioniert inzwischen nicht mehr ohne einen stetigen Strom chinesischer Produkte. Mehr noch, die Vereinigten Staaten k\u00f6nnen selbst viele ihrer Waffensysteme nicht mehr ohne chinesische Bauteile und Materialien herstellen. Vor diesem Hintergrund bekommt die Vorstellung, China milit\u00e4risch entgegentreten zu wollen, einen gewissen komischen Reiz.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Apropos amerikanischer Milit\u00e4rhaushalt: Er ist v\u00f6llig au\u00dfer Kontrolle geraten. Inzwischen liegt er bei mehr als einer Billion Dollar im Jahr und \u00fcbersteigt die Verteidigungsausgaben der n\u00e4chsten zehn L\u00e4nder zusammen. Er ist zwischen f\u00fcnfzig und hundert Mal so gro\u00df wie der iranische Verteidigungshaushalt. Die Vereinigten Staaten haben gerade einen Krieg gegen den Iran verloren. Welche Schl\u00fcsse man daraus hinsichtlich der Effektivit\u00e4t amerikanischer Verteidigungsausgaben ziehen m\u00f6chte, bleibt jedem selbst \u00fcberlassen.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Dann gibt es noch die Verschuldung. Die amerikanischen Staatsschulden haben inzwischen die Marke von 40 Billionen Dollar \u00fcberschritten. Ein gro\u00dfer Teil davon wird von Institutionen innerhalb der Vereinigten Staaten gehalten, etwa vom Social Security Trust Fund, dem gr\u00f6\u00dften Gl\u00e4ubiger. Rund ein Drittel befindet sich allerdings in ausl\u00e4ndischer Hand, und genau dort werden die Anzeichen von Stress immer deutlicher. Besonders wichtig ist die Rendite zehnj\u00e4hriger US\u2011Staatsanleihen. Sie erreichte im Juni 2008 4,29 Prozent, fiel dann in der \u00c4ra des billigen Geldes und der galoppierenden Verschuldung bis auf ein historisches Tief von 0,52 Prozent und durchbrach Ende 2023 wieder die Marke von f\u00fcnf Prozent. Da die Renditen hoch bleiben, muss Washington immer h\u00f6here Zinsen bezahlen, um ausl\u00e4ndische Anleger dazu zu bewegen, weiterhin amerikanische Staatspapiere zu kaufen, w\u00e4hrend gleichzeitig viele versuchen, ihre Best\u00e4nde abzubauen. Allein der Schuldendienst hat inzwischen die Marke von 1,5 Billionen Dollar \u00fcberschritten.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Damit beginnt das Ganze ein wenig nach Todesspirale auszusehen. Die Regierung muss immer mehr Geld aufbringen, um ihre wachsenden Schulden zu bedienen, und gleichzeitig immer neue Schulden aufnehmen, um den ebenfalls wachsenden Staatshaushalt zu finanzieren. Der Schuldendienst kostet inzwischen mehr als das Milit\u00e4r. Historisch betrachtet war das f\u00fcr milit\u00e4rische Imperien selten ein gutes Zeichen. Finanzminister Scott Bessent hat deshalb einen R\u00fcckkaufplan vorgeschlagen. Das Finanzministerium soll etwa eine Billion Dollar aus seinen Bargeldreserven verwenden, um neu ausgegebene Staatspapiere zur\u00fcckzukaufen und damit die Zinsen zu dr\u00fccken. Das wirkt wie eine ausgesprochen kurzfristige Strategie, denn wenig sp\u00e4ter wird das Finanzministerium genau dieses Geld und noch mehr wieder aufnehmen m\u00fcssen, um den Staat am Laufen zu halten. Dazu wird es erneut genau jene Staatspapiere ausgeben, die es gerade zur\u00fcckgekauft hat. Vielleicht geht es aber auch gar nicht um die lange Frist. Vielleicht l\u00e4sst sich der Markt auf diese Weise noch eine Weile manipulieren, und vielleicht verdient Bessent, der ohnehin schon sehr reich ist, dabei noch etwas mehr.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Nun gibt es allerdings ein Problem mit meiner Kollapssuppe. Diese Zutaten liegen seit rund zwanzig Jahren im Topf und k\u00f6cheln vor sich hin. Trotzdem sind die Vereinigten Staaten noch immer nicht zusammengebrochen. Gleichzeitig hat sich die Lage in allen vier Bereichen immer weiter verschlechtert. Auf die Frage \u201eWie viel schlimmer muss es eigentlich noch werden?\u201c gibt es keine vern\u00fcnftige Antwort. Dass es schlechter wird, ist kaum zu bestreiten. Gibt es eine Grenze, ab der irgendwann etwas nachgibt? Wahrscheinlich. Aber wir wissen nicht, wo sie liegt. Uns bleibt nur, Abstand zu halten und zuzusehen. Neugierige Menschen wollen trotzdem wissen: Wie lange kann dieses Schauspiel noch weitergehen?<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Die Suppe des Supermachtzusammenbruchs ist jedenfalls kochend hei\u00df, servierfertig und alles andere als appetitlich. Wenn meine Hypothese stimmt, m\u00fcssten die Vereinigten Staaten irgendwann tats\u00e4chlich zusammenbrechen, so wie die Sowjetunion. Aber es sind inzwischen mehr als zwanzig Jahre vergangen, seit ich diese Hypothese erstmals formuliert habe. In der Vergangenheit habe ich die unangenehme Frage nach dem Zeitpunkt gern mit allgemeinen \u00dcberlegungen beiseitegeschoben. Gro\u00dfe historische Br\u00fcche lassen sich nun einmal schlecht terminieren. Vom Zusammenbruch der Sowjetunion wurden praktisch alle \u00fcberrascht, also liegt es nahe, dass auch ein amerikanischer Zusammenbruch \u00fcberraschend k\u00e4me. Man kann durchaus erkennen, dass etwas irgendwann versagen wird, ohne sagen zu k\u00f6nnen, wann. Ein Arzt kann wissen, dass ein Krebspatient sterben wird, ohne den Tag zu kennen. Ein Ingenieur kann feststellen, dass eine Br\u00fccke nicht mehr sicher ist, ohne sagen zu k\u00f6nnen, in welcher Minute sie einst\u00fcrzt. Manchmal machen zus\u00e4tzliche Informationen eine Prognose sogar schlechter, weil jede neue Variable Unsicherheit mitbringt.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Das alles ist jedoch ausgesprochen unbefriedigend, und ich habe zunehmend das Gef\u00fchl, meine Leser auf einen Weg geschickt zu haben, der irgendwann im Geb\u00fcsch endet. Die Leute wollten wissen, wann sie ihre Vorr\u00e4te an Dosenfleisch und Schrotpatronen auf den Pick up laden und in die Berge verschwinden sollten. \u201eWenn euch danach ist, k\u00f6nnt ihr das jederzeit tun\u201c, habe ich ihnen immer gesagt. Aber irgendwann muss eine bessere Antwort her, und inzwischen glaube ich, dass ich sie gefunden habe. Wenn ich lange genug \u00fcber ein Problem nachdenke, f\u00e4llt mir gelegentlich tats\u00e4chlich etwas ein. Ich wei\u00df nicht genau, wie das funktioniert. Manchmal passiert es, manchmal nicht. Diesmal ist mir aufgefallen, dass mein Vergleich zwischen Sowjetunion und Vereinigten Staaten von Anfang an einen grundlegenden Fehler enthielt. Die beiden Systeme waren eben doch nicht spiegelbildlich. Es gibt einen entscheidenden Unterschied, den ich bisher \u00fcbersehen habe. Nat\u00fcrlich waren beide industrielle und milit\u00e4rische Superm\u00e4chte des 20. Jahrhunderts, nat\u00fcrlich standen ihre Ideologien gegeneinander und nat\u00fcrlich passt meine Kollapssuppe erstaunlich gut auf beide. Aber ganz symmetrisch waren sie eben nicht.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass die Vereinigten Staaten ein Kolonialimperium sind, \u00e4hnlich wie einst das Britische Empire und andere westliche Imperien. Diese Imperien lebten davon, ihre kolonialen Besitzungen wirtschaftlich auszusch\u00f6pfen. Sie holten Rohstoffe und Reichtum heraus und verhinderten gleichzeitig deren gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Nebenbei zwangen sie ihnen dauerhafte Schuldknechtschaft auf und setzten ihre Handelsinteressen notfalls milit\u00e4risch durch. Heute braucht man daf\u00fcr keine Kanonenboote mehr. Man hat die Kontrolle \u00fcber Massenmedien, Cyberkrieg, Farbrevolutionen, den Internationalen W\u00e4hrungsfonds, die Weltbank und das amerikanische Finanzministerium mit seinem nahezu unbegrenzten Vorrat an Sanktionen. All das sind Mittel, um andere L\u00e4nder gef\u00fcgig zu machen. Und Gef\u00fcgigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, Produkte und Rohstoffe zu liefern und daf\u00fcr amerikanische Staatsschulden entgegenzunehmen.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Das ist die gro\u00dfe Wohlstandspumpe, mit der die Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten Reichtum aus anderen Teilen der Welt absaugen, ihre Inflation exportieren und gro\u00dfe Teile des Planeten an ihr System binden. Diese Pumpe funktioniert inzwischen immer schlechter. Sollte sie irgendwann ganz ausfallen, gibt es allerdings noch eine \u00e4ltere amerikanische Tradition: Piraterie. Wie gut sie sich im 21. Jahrhundert wiederbeleben l\u00e4sst, wird man sehen. Versuchen wird man es. Schlie\u00dflich ist das Verfahren denkbar einfach. Man erkl\u00e4rt ein Schiff zur Schattenflotte oder seine Ladung zum Sanktionsgegenstand, und pl\u00f6tzlich geh\u00f6ren Schiff und Ladung jemand anderem, ohne dass daf\u00fcr bezahlt werden muss.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Von ihren fr\u00fchesten Anf\u00e4ngen an, von englischen Siedlern, die den Ureinwohnern ihr Land nahmen, bis zu Freibeutern, die spanische Galeonen ausraubten, waren die Vereinigten Staaten damit ein r\u00e4uberisches Gebilde, ein Imperium. Die Sowjetunion war dagegen ein antikoloniales Imperium. Russland nimmt unter den Nationen der Welt eine besondere Stellung ein. Ob mittelalterliche Rus, Zarenreich, Sowjetunion oder Russische F\u00f6deration, der Westen hat dieses Land nie dauerhaft verschlingen und unterwerfen k\u00f6nnen. Man hat sich eingemischt, ist einmarschiert, hat interveniert und versucht, Aufst\u00e4nde anzuzetteln. Das Ergebnis entsprach selten den Erwartungen. Russland hatte immer seinen eigenen Kopf und gen\u00fcgend Macht, ihn auch zu behalten. Heute umfasst die Russische F\u00f6deration etwa ein Neuntel der Landfl\u00e4che unseres Planeten, verteilt \u00fcber elf Zeitzonen. Das ist weniger als das Sechstel der weltweiten Landfl\u00e4che, das einst von der Sowjetunion und ihren Verb\u00fcndeten kontrolliert wurde, aber Russland bleibt das gr\u00f6\u00dfte Land der Erde. Sein Territorium enth\u00e4lt einen gewaltigen Anteil der weltweiten Rohstoffreserven und ist zugleich so gut verteidigt, dass jeder Versuch, es von au\u00dfen dauerhaft zu kontrollieren, reichlich optimistisch w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Russland war deshalb nie ein Imperium im klassischen westlichen Sinn. Eher das Gegenteil, ein Antiimperium. Es folgte nicht dem westlichen Modell kolonialer Ausbeutung, sondern unterst\u00fctzte andere L\u00e4nder und f\u00f6rderte ihre Entwicklung. Russland finanzierte die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der vierzehn \u00fcbrigen Sowjetrepubliken, der osteurop\u00e4ischen Verb\u00fcndeten und zahlreicher Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika. Mehr als vierzig heutige Staaten verdanken ihre Unabh\u00e4ngigkeit oder zumindest einen wesentlichen Teil davon russischer oder sowjetischer milit\u00e4rischer Hilfe, Diplomatie oder internationalen Vereinbarungen. Einige davon, insbesondere in Osteuropa, erwiesen sich sp\u00e4ter als erstaunlich undankbar. Andere, vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien, erinnern sich durchaus daran. Nur kann man sich von Dankbarkeit wenig kaufen. Russland war wirtschaftlich betrachtet selten der gro\u00dfe Gewinner dieser Beziehungen. Meist profitierten die Empf\u00e4ngerl\u00e4nder. 1990 war die Sowjetunion schlie\u00dflich ersch\u00f6pft. Sie konnte nur noch auf ihre eigenen Ressourcen zur\u00fcckgreifen, und diese waren weitgehend aufgebraucht.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion \u00fcbernahm die Russische F\u00f6deration dennoch offiziell die gesamten sowjetischen Auslandsschulden in H\u00f6he von 104,5 Milliarden Dollar. In den folgenden 26 Jahren zahlte Russland jeden einzelnen Dollar zur\u00fcck. Gleichzeitig erlie\u00df die Russische F\u00f6deration anderen Staaten mehr als 140 Milliarden Dollar an Schulden. Zusammengerechnet und inflationsbereinigt ergibt das beinahe eine halbe Billion Dollar. Das ist mehr als das gesamte Bruttoinlandsprodukt von achtzig Prozent aller Staaten dieser Erde.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Das war also der Weg, den Russland w\u00e4hlte. Die Sowjetunion erkannte, dass ihr System nicht mehr funktionierte und nicht weitergef\u00fchrt werden konnte. Sie brach auseinander, entledigte sich ihrer Abh\u00e4ngigkeiten, Russland bezahlte die \u00fcbernommenen Schulden und verzichtete auf einen gro\u00dfen Teil seiner Forderungen gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern. Kaum zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter war das Land kleiner, aber st\u00e4rker und wohlhabender. Und inzwischen steht es nicht mehr allein. China, Indien, Iran und andere gro\u00dfe Staaten sind erheblich m\u00e4chtiger geworden und nicht l\u00e4nger bereit, amerikanische oder westliche Ausbeutung hinzunehmen. Sie lie\u00dfen sich vom russischen Beispiel als dauerhaftem Gegengewicht zum westlichen Imperialismus inspirieren. Schritt f\u00fcr Schritt verdr\u00e4ngen sie den US Dollar aus dem Welthandel. Immer mehr L\u00e4nder handeln miteinander in ihren eigenen W\u00e4hrungen und \u00fcber eigene Zahlungssysteme. Washingtons einst globale Reichweite ist deutlich geschrumpft, und amerikanische Wirtschaftssanktionen haben einen erheblichen Teil ihrer Wirkung verloren.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Damit stellt sich die Frage: Was machen die Vereinigten Staaten jetzt? Werden sie den sowjetischen Weg gehen, ihre Abh\u00e4ngigkeiten loslassen, ihre Truppen aus St\u00fctzpunkten in aller Welt zur\u00fcckholen und hart daran arbeiten, ihre Schulden zu bezahlen? Darauf w\u00fcrde ich nicht wetten. Kolonialreiche reagieren auf ihren Niedergang gew\u00f6hnlich genau andersherum. Zuerst pl\u00fcndern sie ihre Kolonien aus, bis dort nichts mehr zu holen ist. Dann nehmen sie ihre Verb\u00fcndeten aus. Danach kommen die eigenen B\u00fcrger dran. Und ganz am Ende erscheint irgendein Usurpator, nimmt sich den Rest und erkl\u00e4rt einen Neuanfang. Das ist kein sauberer Zusammenbruch. Es ist etwas sehr viel Sch\u00e4ndlicheres. Ich nenne es einen \u201eVerfall ohne Sollbruchstelle\u201c.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Im Ingenieurwesen gibt es den Begriff \u201egraceful degradation\u201c. Ein vern\u00fcnftig konstruiertes System soll bei einem Fehler nicht schlagartig und vollst\u00e4ndig ausfallen. Teile k\u00f6nnen versagen, die Leistung sinkt, aber das System funktioniert auf niedrigerem Niveau weiter. Sch\u00e4den sollen begrenzt bleiben. Mein Begriff \u201edisgraceful degradation\u201c spielt darauf an, beschreibt aber zugleich das Gegenteil. Ein System verliert seine F\u00e4higkeit, Fehler aufzufangen. Defekte bleiben nicht lokal begrenzt, sondern wandern weiter. Ein Problem erzeugt das n\u00e4chste, Belastungen werden an andere Stellen weitergegeben, bis auch diese nachgeben. Das System zerf\u00e4llt nicht unbedingt in einem einzigen gro\u00dfen Augenblick. Es verliert St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck seine Tragf\u00e4higkeit. Deshalb nenne ich es einen Verfall ohne Sollbruchstelle.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Damit komme ich zu meiner neuen Prognose. Die Vereinigten Staaten werden nicht so zusammenbrechen wie die Sowjetunion. Stattdessen werden sie langsam bergab gehen und einem Verfall ohne Sollbruchstelle folgen. Sie werden versuchen, den noch vorhandenen Wohlstand aus Europa, Japan und S\u00fcdkorea herauszuziehen, solange diese L\u00e4nder milit\u00e4risch und politisch an Washington gebunden bleiben. Australien und Kanada d\u00fcrften ebenfalls ihren Beitrag leisten. Auch die gesamte Eurozone bietet reichlich M\u00f6glichkeiten. Der Euro h\u00e4ngt eng am Dollarsystem, und im Krisenfall h\u00e4ngt die Versorgung mit Dollarliquidit\u00e4t unter anderem von Swaplinien der Federal Reserve ab. Damit besitzt Washington erheblichen Einfluss. Noch braucht man solche drastischen Mittel allerdings gar nicht. Die Europ\u00e4er lassen sich bislang recht zuverl\u00e4ssig dazu bringen, sich selbst \u00e4rmer zu machen und gleichzeitig amerikanische R\u00fcstungskonzerne reicher. Angeblich geschieht das zur Verteidigung des Regimes in Kiew, zur Vorbereitung auf einen Krieg gegen Russland oder unter irgendeinem anderen gerade passenden Vorwand. Gleichzeitig l\u00e4uft in den Vereinigten Staaten mit dem gewaltigen Ausbau der k\u00fcnstlichen Intelligenz der n\u00e4chste gro\u00dfe Mechanismus zur Umverteilung von Verm\u00f6gen an. Dabei werden auch Rentenverm\u00f6gen, Versicherungen und andere Ersparnisse der Amerikaner eingesetzt. Das offensichtliche Ziel besteht darin, dass eine kleine Zahl von Milliard\u00e4ren rechtzeitig ihre Gewinne realisiert, bevor das Ganze zusammenbricht.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Es wird interessant sein, zu beobachten, bis zu welchem Ausma\u00df an Zynismus und Verkommenheit die Amerikaner hinabsteigen werden, bevor sie gezwungen sind, ihr nationales Projekt f\u00fcr gescheitert zu erkl\u00e4ren. Vielleicht geschieht das erst, wenn alle L\u00e4nder, die Washington noch kontrollieren kann, verarmt, deindustrialisiert und gesellschaftlich zerr\u00fcttet sind. Vielleicht kommt diese Erkenntnis aber auch \u00fcberhaupt nicht. Warum sollte man das eigene Scheitern und die eigene Mitverantwortung eingestehen? Ist es nicht viel angenehmer, weiter davon zu schwadronieren, man sei das beste und gro\u00dfartigste Land der Welt? Und ist es nicht genau das, was die Amerikaner inzwischen erwarten? Alle vier Jahre taucht irgendein Clown auf und verspricht, Amerika wieder gro\u00df zu machen. Dann zieht er ein paar Betr\u00fcgereien durch und verschwindet mit der Beute. Die Amerikaner kennen die Nummer inzwischen. Aber was w\u00e4re, wenn tats\u00e4chlich einmal jemand auftauchte und versuchte, etwas Konstruktives zu tun? W\u00e4re das nicht hoffnungslos naiv? Vermutlich w\u00fcrden die Amerikaner es sogar lustig finden.<\/p>\n<p class=\"isSelectedEnd\">Damit lautet meine neue Prognose: Die Sowjetunion brach von innen nach au\u00dfen zusammen. Die Vereinigten Staaten verfallen von au\u00dfen nach innen. Vielleicht werden sie am Ende \u00fcberhaupt nicht sichtbar zusammenbrechen. Vielleicht ist ihr Inneres bis dahin bereits so weit ausgeh\u00f6hlt, dass niemand mehr genau sagen kann, was eigentlich zusammengebrochen ist. Wenn es irgendwann keine wirklichen \u201eStaaten\u201c mehr gibt oder nur noch einige wenige, die nicht mehr besonders \u201evereint\u201c sind, was bleibt dann \u00fcberhaupt noch \u00fcbrig, das zusammenbrechen k\u00f6nnte? Irgendein lokales Verbrechersyndikat? Nun gut. Dann wird es irgendwann eben durch ein anderes lokales Verbrechersyndikat ersetzt. So ist das Leben.<\/p>\n<p>Ich werde den weiteren Verlauf dieses Verfalls ohne Sollbruchstelle weiterverfolgen. Das werde ich auf diesem Kanal tun und auch auf meinem Blog bei boosty.to\/cluborlov, wo viele meiner B\u00fccher und Artikel kostenlos verf\u00fcgbar sind. K\u00fcnftig m\u00f6chte ich darauf verzichten, Empfehlungen dazu abzugeben, was Menschen angesichts all dessen tun sollten. Die Inhalte, die ich k\u00fcnftig anbiete, sollen rein informativ sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dimitry Orlov k\u00fcndigt in diesem Video an, in Zukunft den gr\u00f6\u00dften Teil seiner Posts als Vlog zu ver\u00f6ffentlichen. Er glaubte fr\u00fcher, die Feder sei m\u00e4chtiger als die Kamera, aber er ist sich nicht mehr so sicher. Da er eine Videokamera habe, warum soll er diese nicht auch nutzen? Dieses Video ist teils organisatorische Mitteilung, teils [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2279","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2279"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2279\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2283,"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2279\/revisions\/2283"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/expatcircle.com\/cms\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}